Als der erste Rebbe von Slonim starb, hinterließ er ein einige Nachkommen. Alle waren gelehrt und fromm. Die Chassidim hatten eine schwierige Entscheidung darüber zu treffen, wer am besten geeignet wäre, ihren Rebbe als nächstes Oberhaupt dieser großen Bewegung zu ersetzen. Die endgültige Entscheidung beruhte auf der folgenden Geschichte:
Eines der Enkelkinder war Reb Shmuel. Er war, wie die anderen Mitglieder der Familie, ein großer Talmid Chacham. Er hatte auch eine besondere Bindung an die Mitzwa von Chanukka ausgebildet. Der junge R‘ Shmuel kaufte die besten importierten Oliven, mahlte sie zu Hause, bereitete das Öl zu und verwendete nur die erste, sehr reine Charge für seine Chanukka-Menora. Diese Hingabe für eine Mitzwa gibt uns einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit von Rav Shmuel.
Aber das war nicht der Grund, warum er zum neuen Rebbe von Slonim bestimmt wurde. Vielmehr war die folgende Anekdote das ausschlaggebende Motiv für seine Ernennung:
R‘ Shmuel ging einmal zu seinem Großvater, um am Erev Schabbat Chanukka die Menora anzuzünden. Kurz zuvor hatte er seine eigene Menora zu Hause sorgfältig vorbereitet und plante, zurückzukehren und sie vor dem Schabbat anzuzünden. Als er nach Hause kam, stellte er fest, dass ein Gast seine geliebte Menora versehentlich angezündet hatte. Nun hatte er nicht mehr genügend „spezielles“ Öl. Tatsächlich gab es überhaupt kein Öl, und er war gezwungen, eine einfache Kerze zu verwenden, die er irgendwo in der Küche fand. Die Kerze passte nicht einmal in seine Menorah. Er blieb ruhig und sagte: „Derselbe Haschem, der uns geboten hat, Chanukka-Kerzen anzuzünden, hat uns auch geboten, nicht zornig zu werden, und sicherlich sollte ich dem Gast keinen Kummer bereiten.“ So fuhr er fort, den Schabbat freudig zu begrüßen.
Dies, so sagten die älteren Slonim Chassidim, zeige die wunderbare Persönlichkeit, die R‘ Shmuel besessen hatte. Seine echte Liebe zu G’tt und seine aufrichtige Sorge, niemanden zu verärgern, unter keinen Umständen.
Frohes Chanukka und einen guten Monat
Rabbiner Chaim Michael Biberfeld
