Mitten in einer sehr bedeutenden Phase im Leben von Jaakow Awinu lesen wir:
So kam Jakob nach Luz — das ist Bet-El — im Lande Kanaan, er und alle Menschen, die bei ihm waren.
Dort baute er einen Altar und nannte die Stätte Beth-El; denn dort war G’tt ihm erschienen, als er vor seinem Bruder floh. (Bereschit 35,7)
וַיָּבֹא יַעֲקֹב לֻזָּה אֲשֶׁר בְּאֶרֶץ כְּנַעַן הִוא בֵּית־אֵל הוּא וְכָל־הָעָם אֲשֶׁר עִמּוֹ׃
וַיִּבֶן שָׁם מִזְבֵּחַ לָאֱלֹהִים אֲשֶׁר נִגְלָה אֵלָיו בְּבָרְחוֹ מִפְּנֵי אָחִיו׃
Der nächste Passuk wirkt ein wenig aus dem Zusammenhang, denn er lautet:
„Da starb Debora, Rivkas Amme, und sie wurde unter der Eiche unterhalb von Bet-El begraben; darum nannte man den Ort Allon-Bachut.“
וַתָּמָת דְּבֹרָה מֵינֶקֶת רִבְקָה וַתִּקָּבֵר מִתַּחַת לְבֵית־אֵל תַּחַת הָאַלּוֹן וַיִּקְרָא שְׁמוֹ אַלּוֹן בָּכוּת׃ (Bereschit 35,8)
Wir haben nie von Debora gehört, solange sie lebte — warum wird hier gerade ihr Tod erwähnt?
Ich sehe darin eine wichtige Lehre:
Während Jaakow Awinu sozusagen mitten in weltverändernden Angelegenheiten steckt, vergisst er nicht, Respekt zu erweisen gegenüber der Frau, die einst seine Frau gestillt hat — viele Jahrzehnte zuvor!
Der wahre „Mensch“ vergisst seine kleinen Verpflichtungen nicht, selbst dann nicht, wenn er mit „Mega“-Ereignissen äußerst beschäftigt ist.
Unser Verstand und unser Herz müssen Platz für beides haben …
Schabbat Schalom und die besten Wünsche
Rabbiner Chaim Michael Biberfeld
