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Schabbat Kodesch Paraschat Schlach Lecha: Die „gute“ Strafe …

Wir lesen:

„Der Ewige sprach zu Mosche: Sende für dich Männer aus, damit sie das Land Kanaan auskundschaften, das Ich den Kindern Israels gebe; je einen Mann aus jedem Stamm seiner Väter sollt ihr senden, allesamt Fürsten unter ihnen.“

וַיְדַבֵּ֥ר ה‘ אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃ שְׁלַח־לְךָ֣ אֲנָשִׁ֗ים וְיָתֻ֨רוּ֙ אֶת־אֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן אֲשֶׁר־אֲנִ֥י נֹתֵ֖ן לִבְנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל אִ֣ישׁ אֶחָד֩ אִ֨ישׁ אֶחָ֜ד לְמַטֵּ֤ה אֲבֹתָיו֙ תִּשְׁלָ֔חוּ כֹּ֖ל נָשִׂ֥יא בָהֶֽם׃ (במדבר י״ג:א׳–ב׳)

Hier lesen wir die traurige Geschichte der zwölf Kundschafter, deren Bericht über ihre Mission, den besten Weg zur Eroberung des Landes Israel zu erkunden, dazu führte, dass sich der Einzug der Kinder Israels in das Verheißene Land um vierzig Jahre (!) verzögerte.

Aber wurden sie nicht von G’tt selbst ausgesandt, wie wir oben lesen? Weshalb ordnete Haschem dann die Entsendung der Meraglim an? Auch wenn wir später im Buch Dewarim lesen, dass das Volk darum gebeten hatte, Kundschafter auszusenden – warum stimmte Haschem dem zu?

Bemerkenswert ist, dass die Parascha mit den Worten „Schlach lecha“ – „Sende für dich“ beginnt. Raschi erklärt hierzu, dass Haschem Mosche Rabbeinu zu verstehen gab, dass Er die Entsendung der Kundschafter nicht anordnete. Nur wenn Mosche dies wünsche, solle er sie aussenden.

In einem anderen Zusammenhang finden wir einen ähnlichen Ausdruck in Bereschit, als G’tt Awraham befiehlt, seine Heimat zu verlassen und nach Eretz Israel zu gehen:

„Und der Ewige sprach zu Awram: Geh für dich aus deinem Land, aus deiner Heimat und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das Ich dir zeigen werde.“

וַיֹּ֤אמֶר ה׳ אֶל־אַבְרָ֔ם לֶךְ־לְךָ֛ מֵֽאַרְצְךָ֥ וּמִמּוֹלַדְתְּךָ֖ וּמִבֵּ֣ית אָבִ֑יךָ אֶל־הָאָ֖רֶץ אֲשֶׁ֥ר אַרְאֶֽךָּ׃ (בראשית י״ב:א׳)

Im Gegensatz zu „Schlach lecha“ erklärt Raschi dort:

„Lech lecha“ – zu deinem Nutzen und zu deinem Wohl.

Warum also wird „Schlach lecha“ so anders verstanden als „Lech lecha“?

Vielleicht können wir – wie bei vielen Versen der Tora – neben der offensichtlichen Botschaft auch nach einer verborgenen suchen.

Zwar hat Haschem Mosche Rabbeinu nicht befohlen, die Kundschafter auszusenden, sondern ihm dies lediglich erlaubt. Dennoch führte die Entsendung der Meraglim indirekt zu einem persönlichen Nutzen für Mosche Rabbeinu.

Wir wissen, dass Mosche Rabbeinu den Jordan nicht überschreiten und Eretz Israel nicht betreten durfte. Wäre der Einzug in das Land bereits damals erfolgt, hätte Mosche Rabbeinu diese Welt vierzig Jahre früher verlassen.

Nach der Episode der Kundschafter jedoch verbrachten die Kinder Israels weitere vierzig Jahre in der Wüste, und Mosche Rabbeinu führte sie während dieser gesamten Zeit weiter. Darüber hinaus erhielt Am Israel dadurch vierzig zusätzliche Jahre, um die damals frisch gegebene heilige Tora unmittelbar von dem großen Mann zu lernen, der sie selbst von Haschem empfangen hatte.

So können wir selbst in der Strafe von vierzig Jahren Wüstenwanderung ein großes Licht erkennen – sowohl für Mosche Rabbeinu als auch für das Volk Israel.

Schabbat Schalom und die besten Wünsche

Rabbiner Chaim Michael Biberfeld

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