Tun oder nicht tun…

Schabbat Kodesch Parschat Wajakhel / Parschat Schkalim

Erew Rosch Chodesch Adar B

Wir lesen an diesem Schabbat:

וַיַּקְהֵ֣ל מֹשֶׁ֗ה אֶֽת-כׇּל-עֲדַ֛ת בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֑ם אֵ֚לֶּה הַדְּבָרִ֔ים אֲשֶׁר-צִוָּ֥ה יְהֹוָ֖ה לַעֲשֹׂ֥ת אֹתָֽם׃

Da rief Mose die ganze israelitische Gemeinde zusammen und sagte zu ihnen: Dies sind die Dinge, die G’tt euch zu tun befohlen hat:

שֵׁ֣שֶׁת יָמִים֮ תֵּעָשֶׂ֣ה מְלָאכָה֒ וּבַיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֗י יִהְיֶ֨ה לָכֶ֥ם קֹ֛דֶשׁ שַׁבַּ֥ת שַׁבָּת֖וֹן לַיהֹוָ֑ה  

An sechs Tagen darfst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du einen Sabbat der völligen Ruhe – heilig für G’ott – halten.

לֹא-תְבַעֲר֣וּ אֵ֔שׁ בְּכֹ֖ל מֹשְׁבֹֽתֵיכֶ֑ם בְּי֖וֹם הַשַּׁבָּת׃

Ihr sollt am Sabbat in euren Siedlungen kein Feuer anzünden.

Der erste Vers sagt, dass die folgenden Gebote zu tun sind, aber in Wirklichkeit sind es Anweisungen, was man nicht tun soll.  Du sollst am Schabbat keine Arbeit verrichten. Warum also beginnt der erste Vers mit „Dies sind die Dinge, die G’tt dir befohlen hat zu tun“? 

Vielleicht ist es ein wichtiger Hinweis auf die Idee des Schabbats. 

Wenn jemand den Schabbat als reinen Ruhetag verbringt und im Grunde nichts anderes tut als essen, ausruhen und schlafen, verstößt er vielleicht nicht unbedingt gegen ein Gesetz, aber er hält den Schabbat nicht ein. 

Wir haben den siebten Tag, um uns von unserer (sechstägigen) Arbeit zu erholen. Aber um den Schabbat sinnvoll zu gestalten, um den Tag der Ruhe mit „Seele“ zu füllen, müssen wir wirklich etwas tun. 

Das „Tun“ am Schabbat soll nicht im Widerspruch zur Idee eines erholsamen Tages stehen, sondern ihn vielmehr bereichern und uns nicht nur ein Schabbat-Essen, sondern auch viel Stoff zum Nachdenken gewähren. 

Schabbat Shalom, Chodesh tov und herzliche Grüße

Rabbiner Chaim Michael Biberfeld