Wir werden am Schabbat zu Beginn der Parscha lesen:
וידבר ה‘ אל-משה לאמר דַּבֵּר֙ אֶֽל-אַהֲרֹ֔ן וְאָמַרְתָּ֖ אֵלָ֑יו בְּהַעֲלֹֽתְךָ֙ אֶת-הַנֵּרֹ֔ת אֶל-מוּל֙ פְּנֵ֣י הַמְּנוֹרָ֔ה יָאִ֖ירוּ שִׁבְעַ֥ת הַנֵּרֽוֹת
Traditionell wird dieser Vers folgendermaßen übersetzt: „Sprich zu Aharon und sage zu ihm: Wenn du die Kerzen anzündest, sollen die sieben Kerzen in der Mitte des Leuchters leuchten.“
Dies ist jedoch nicht die korrekte Übersetzung des Wortes בְּהַעֲלֹֽתְךָ֙, das „wenn du die Kerzen anhebst“ bedeutet. – In der Tat muss die Frage gestellt werden, warum Aharon angewiesen wurde, die Kerzen „hochzuheben“ und nicht einfach die Kerzen „anzuzünden“…
Viele (hauptsächlich chassidische) Kommentatoren beziehen sich auf die „Kerzen“ als Allegorie auf den Menschen. (Basierend auf dem Vers in den Sprüchen – „נר ה‘ נשמת אדם“ – Die Seele eines Menschen ist die „Kerze“ von G’tt)
Wenn wir also dieser Idee folgen, ist die Anweisung an Aharon viel weiter gefasst als nur ein Hinweis auf seine tägliche heilige Routine des „Anzünden der Kerzen“. Vielmehr ist es eine Anweisung, wie man Menschen behandeln soll!
Aharon war einer der berühmtesten Führungspersönlichkeiten, die Am Jisrael je hatte. Hier weist ihn G’tt an, dass er, um das „Licht“ in den Menschen zum Leuchten zu bringen, nicht (wie viele Führer zu seiner Zeit und leider auch heute noch) versuchen sollte, ihnen zu befehlen, was sie zu tun haben. Vielmehr muss er sie zuerst erheben, ihre eigene Neschama, ihre Seele, erheben, und nur so werden sie „ihr eigenes Licht in Richtung des Zentrums von Klal Jisrael geben“.
Dies ist eine sehr wichtige Lektion für alle. Um die Menschen dazu zu bringen, ihr Bestes zu geben, sei es im Privatleben, im Studium oder sogar bei der Arbeit, – erhebt sie, hebt ihr eigenes Selbstvertrauen und (nur) dann werden wir als Individuen und als Nation gedeihen. ‚
Schabbat Schalom und beste Wünsche
Rabbiner Chaim Michael Biberfeld

