Wir lesen die folgenden Verse:
„Ihr sollt meine Satzungen befolgen und meine Rechtsbestimmungen gewissenhaft halten, damit ihr sicher im Land wohnen könnt.“
וַעֲשִׂיתֶם֙ אֶת־חֻקֹּתַ֔י וְאֶת־מִשְׁפָּטַ֥י תִּשְׁמְר֖וּ וַעֲשִׂיתֶ֣ם אֹתָ֑ם וִֽישַׁבְתֶּ֥ם עַל־הָאָ֖רֶץ לָבֶֽטַח׃
(ויקרא כ״ה:י״ח)
„Und das Land wird seine Frucht geben, und ihr werdet euch satt essen und sicher darauf wohnen.“
וְנָתְנָ֤ה הָאָ֙רֶץ֙ פִּרְיָ֔הּ וַאֲכַלְתֶּ֖ם לָשֹׂ֑בַע וִֽישַׁבְתֶּ֥ם לָבֶ֖טַח עָלֶֽיהָ׃
(ויקרא כ״ה:י״ט)
Warum wiederholt die Tora dasselbe Vers für Vers zweimal?
Vielleicht so: Der erste Vers bezieht sich auf die äußeren Gegebenheiten – darauf, dass das Volk tatsächlich in Sicherheit lebt und das Land nicht ständig gegen reale Feinde verteidigen muss.
Der zweite Vers enthält die Beracha, dass die Menschen sich nicht nur objektiv in Sicherheit befinden, sondern sich auch innerlich sicher fühlen. Denn oft erleben wir, dass Menschen, selbst wenn äußerlich alles gut ist, dennoch Sorgen und Ängste vor der Zukunft entwickeln.
Hier versichert die Tora ihnen beides: dass sie sicher sein werden – und dass sie sich sicher fühlen werden.
Wir brauchen immer beide Segnungen – aber in dieser Zeit ganz besonders.
Schabbat Schalom
Rabbiner Chaim Michael Biberfeld

