Jithro als „Wegführer“? – Schabbat Kodesch Parschat Behaalotcha

Diese Woche lesen wir:

וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֗ה לְ֠חֹבָ֠ב בֶּן־רְעוּאֵ֣ל הַמִּדְיָנִי֮ חֹתֵ֣ן מֹשֶׁה֒ נֹסְעִ֣ים ׀ אֲנַ֗חְנוּ אֶל־הַמָּקוֹם֙ אֲשֶׁ֣ר אָמַ֣ר יְהֹוָ֔ה אֹת֖וֹ אֶתֵּ֣ן לָכֶ֑ם לְכָ֤ה אִתָּ֙נוּ֙ וְהֵטַ֣בְנוּ לָ֔ךְ כִּֽי־יְהֹוָ֥ה דִּבֶּר־ט֖וֹב עַל־יִשְׂרָאֵֽל׃

וַיֹּ֥אמֶר אֵלָ֖יו לֹ֣א אֵלֵ֑ךְ כִּ֧י אִם־אֶל־אַרְצִ֛י וְאֶל־מוֹלַדְתִּ֖י אֵלֵֽךְ׃

וַיֹּ֕אמֶר אַל־נָ֖א תַּעֲזֹ֣ב אֹתָ֑נוּ כִּ֣י ׀

עַל־כֵּ֣ן יָדַ֗עְתָּ חֲנֹתֵ֙נוּ֙ בַּמִּדְבָּ֔ר וְהָיִ֥יתָ לָּ֖נוּ לְעֵינָֽיִם׃

Moses sagte zu Hobab, dem Sohn von Reuel, dem Midianiter, Moses Schwiegervater: „Wir machen uns auf den Weg zu dem Ort, von dem G‘ gesagt hat: ‚Ich werde ihn dir geben.“ Komm mit uns und wir werden großzügig sein mit dir; denn G’ hat versprochen, Israel gegenüber großzügig zu sein. “Ich werde nicht gehen“, antwortete er ihm, „sondern in meine Heimat zurückkehren. „Er sagte: „Bitte verlass uns nicht, da du weißt, wo wir in der Wildnis campen sollen, und unser Führer sein kannst.“

Wir fragen: Die Kinder Israel  haben den Anan Hakavod (die heilige Wolke), um sie zu führen, sie haben Moshe und Aharon. Brauchen sie Jethro noch als „Führer“?

Vielleicht war es eher eine höfliche Geste, wobei  sowohl Mosche als auch sein Schwiegervater wussten, dass er nicht wirklich gebraucht wurde. Es ist jedoch viel schöner, einen Gast zu bitten, länger zu bleiben, da sein Aufenthalt für den Gastgeber wichtig sei!

Blick wir aus einer anderen Perspektive: Auch wenn wir über das notwendige Wissen verfügen, um eine wichtige Mission zu erfüllen, ist es manchmal ein echter Vorteil, wenn ein „Außenstehender“ unsere Pläne betrachtet. Sein Blickwinkel von außen könnte eine enorme Hilfe bei der erfolgreichen Verwirklichung des Plans sein.

In der Tat, Rashi sagt, dass Jithro vielleicht in sein Land zurückgekehrt ist, weil ihm klar wurde, dass Mosches Bitte bloß eine „höffliche“ Geste war. Während der Ramban der Meinung ist, dass Jithro vielleicht mit den Kinder Israel geblieben ist – in Anbetracht der Vorzüge gerade als “Außenstehender“ hilfreich sein zu können.

Shabbat Shalom

Rabbiner Chaim Michael Biberfeld